Donnerstag, 3. November 2011

Mein großer Traum......

....begann,als ich als Zwölfjährige mit meinen Eltern und meiner kleinen Schwester auf der Nordseeinsel Baltrum Urlaub machte.Bis heute fahren dort keine Autos,es wird alles mit Pferden gemacht.Auf der Weide gegenüber unserer Pension standen Pferde,ich war immer dort,zwischen den Pferden,ohne Scheu.Und es gab dort eine kleine dunkle Fuchsstute mit heller Mähne,in die verliebte ich mich.Einmal durfte ich auf ihr reiten,den Strand entlang.Denn sie mußte sich ihr Futter als Touristenpferd verdienen.
Der Abschied war bitter und tränenreich,wie bettelte ich meine Eltern an,mir dieses Pferd zu kaufen....und da begann er,der Traum vom eigenen Pferd......
Wieder zu Hause kratzten meine Eltern das Geld für Reitunterricht im nächsten Reitstall zusammen.Und ich verliebte mich immer wieder in ein Pferd,das dann  an andere verkauft wurde.....
Dann begann ich meine Ausbildung zur Krankenschwester,ich verdiente Geld und wollte mir ein Pferd kaufen.Oskar,einen stämmigen und eigensinnigen Haflinger.Ich hatte schon einen bezahlbaren Platz bei einem Bauern gefunden,aber meine  Mutter fragte mich,ob das eine wirklich gute Idee wäre,ich war gerade 18,wußte nicht,was mir das Leben noch bringen würde.Und wenn ich ihn dann nicht würde behalten können......
Ich hätte ihn wahrscheinlich nicht behalten können.......
Die Pferde hatten keinen Platz mehr in meinem Leben,ich bekam früh Kinder,heiratete,wir hatten wenig Geld.Lange Zeit waren sie noch da,in meinem Herzen,aber es kam eine Zeit,da waren sie mir fremd.....so groß......
Meine Kinder zeigten kein Interesse an Pferden.
Dann kamen sie langsam zurück,still,unmerklich.....eine Bekannte hatte einen Schimmel,einen Araber,sie kümmerte sich kaum um ihn,ich konnte das nicht verstehen.....meine kleine Nichte hatte den Pferdevirus geerbt und begann mit Reitunterricht.Sie ging zu einer sehr netten Frau,die den Kindern auf sanfte und verständnißvolle Art die Pferde und das Reiten  näher brachte.......kein Vergleich zu damals,als ich reiten lernte,mit einem brüllenden Reitlehrer in der staubigen Hallenmitte.Zur gleichen Zeit machte ich meinen Basiskurs in Tierkommunikation,und es war so,als ob ich überall auf einmal Pferde sähe,überall standen sie,riefen mich.....und meine Schwester schenkte mir zum Geburtstag eine Schnupperreitstunde bei der netten Reitlehrerin ihrer Tochter.Und am 5.Mai 2009 saß ich nach 35 Jahren wieder auf einem Pferd,auf Dustin,meinem Freund.Und ich wußte,ich würde nicht wieder absteigen,würde da bleiben.Ich wußte,das Geld würde reichen.Und das tat es.
Und der Traum vom eigenen Pferd erwachte wieder......und wuchs.....

Mein Mann ist von der Idee nicht angetan,er ist strikt dagegen.
Seine Argumente dagegen sind durchaus nicht von der Hand zu weisen,das weiß ich.Mein Kopf weiß das,mein Herz möchte ein eigenes Pferd.Und ich beschloß,meinem Kopf zu folgen und meinen Traum zu beerdigen.Ich kam mir sehr vernünftig vor......

Aber.....
Das Weinen begann,in meinem Innern,es weinte,eine unendlich tiefe Trauer.....
Ich konnte es mir nicht erklären,hab es auf die Jahreszeit oder auf die Wechseljahre geschoben.....das Weinen hörte nicht auf und jeden Tag kam mir der Traum in den Sinn,der Traum,den ich beerdigt hatte......und beerdigte ihn jeden Tag aufs neue.
Ich konnte das Weinen und die Trauer nicht mehr unterdrücken,immer lauter wurde es......

Was es im Endeffekt war,das mir buchtstäblich die Augen geöffnet hat,ich weiß es nicht.......es war mein inneres Kind,das um seinen Traum bitterlich weinte,das sich um seinen Traum betrogen sah.
Und seit ich den Traum wieder träume,weint mein Kind auch nicht mehr.Und ich auch nicht,denn das habe ich getan,still geweint,immer wieder,aus eigentlich gar keinem Grund......
Ich habe den Traum aus seinem Grab zurück geholt,er ist so lebendig wie vor langen Jahren,als die Zwölfjährige begann,ihn zu träumen.
Wann und ob er jemals Wirklichkeit wird,weiß ich nicht.Aber ich werde ihn nicht aufgeben,so lange ich lebe.

Kommentare:

  1. Pferde sind was wunderbares,als Kind war ich auch jede freie Minute im Stall und im Sattel.Heute steichel ich lieber nur noch ihre Samtnasen denn mein Gewicht möchte ich keinem Pferd mehr antun;)LG Holda

    AntwortenLöschen
  2. Liebe Holda,
    ich kenne eine Frau,die wirklich korpulent ist.Sie hat sich ein Kaltblut gekauft.Ihre Stute kann sie tragen.Oder wie wärs mit fahren?

    Alles Liebe dir!

    AntwortenLöschen
  3. Hast du schon über eine Reitbeteiligung nachgedacht? Das wäre dann zwar immer noch sehr zeitaufwändig, aber immerhin bezahlbar. Eine Kollegin macht das mit 3 anderen zusammen. Futterkosten, Tierarzt, Unterbringung, das teilt sich dann alles durch 4.
    Das Pferd ist inzwischen so alt, dass es fast nur noch geführt und kaum mehr geritten wird.
    Voraussetzung ist natürlich ein guter Stall in deiner Nähe.
    Liebe Grüße, Alruna

    AntwortenLöschen
  4. Alruna,ich habe eine Reitbeteiligung,meinen Freund Dustin.Eine Reitbeteiligung ist aber kein eigenes Pferd.Bin halt ein eigensinniges Weibsbild.......ich werde mich in Geduld und Vertrauen üben.Lernaufgabe...
    Danke dir für deine Gedanken!
    Grüßles WaldSuse

    AntwortenLöschen
  5. Sehr gefühlvoll und ehrlich geschrieben. Da ist Seele drin!
    Vielleicht gibt es eine andere Möglichkeit Pferden nahe zu sein, auch, wenn Du kein eigenes hast......
    Sei ganz lieb gegrüßt
    Grey Owl/Rosi

    AntwortenLöschen
  6. Liebe Waldsuse, vielen Dank für diesen berührenden Post in dem die Stimme Deines inneren Kindes klar rüber kommt.

    Ich finde es gut, wenn Du Deinen Traum lebst und ich denke Dein Mann wird Dich unterstützen, wenn er diesen Post liest, weil er dann weiß, wie wichtig und ernst dieses Pferd für Dein Lebensglück ist.

    Liebe Grüße Rainer

    AntwortenLöschen
  7. Hallo liebe Suse , ich lese deinen Blog seit ich euch besucht habe und du mir die Adresse des Links
    gegeben hast.Es ist gut wie du über deinen Vater und deine Mutter schreibst . mir gefällt sehr wie du den Wald mit deinen Ritualen beschreibst , als Kind wusste ich dass alles Was lebt eine Seele hat und beschützendwert ist , ich habe im Wald bei Bäumen und unter dem Farn und eigentlich überall Dinge und Kleine Lebewesen gesehen , ich kann dir heute noch sagen wo elfen und sonstige Wesen leben . Ich glaube ich weiss als erwachsener Mensch auch dass alles eine Seele hat .
    Du wirst sicher irgendwann ein eigenes Pferd Haben , kann nicht anders sein , so wie du dir das wünschst geht das sicher in Erfüllung, liebe Grüße von Moni

    AntwortenLöschen
  8. Danke,liebe Moni....irgendwie überrascht mich das jetzt nicht,daß wir verwandte Seelen haben,ich habe mich in deiner Gegenwart sofort wohl gefühlt.

    Liebe Grüßles

    AntwortenLöschen